Erfahrungsberichte

„Monster-Stress bei der Autofahrt…“

Nadine (32)

Sie war immer eine richtig gute und sichere Autofahrerin. Wann genau sich das änderte, bekam sie gar nicht richtig mit. Irgendwann wurde die tägliche Fahrt auf die 30 km entfernte Arbeit zur Tortur. Immer an der gleichen Stelle wurde ihr oft übel, sie bekam Beklemmungen, Atemnot und war manchmal sogar nicht mehr in der Lage, ihre Fahrt fortzusetzen. Auf dem Heimweg das Gleiche. Sie wurde immer unsicherer und alle längeren Strecken waren fast nicht mehr zu schaffen. Durch die Anstrengungen der täglichen „Pflichtfahrten“ wurde der gesamte Alltag immer schwerer.

Auch hier testeten wir zuerst den Zeitpunkt des ersten Erlebens aus. Den Zeitpunkt, an dem das Ereignis stattfand, der verhinderte, dass sie frei und entspannt Auto fährt. Heraus kam, dass der Verlust eines Angehörigen eine zentrale Rolle spielte. Damit war der Zeitpunkt klar. Die Anzahl der Gründe testete mit 2.

Der wichtigste und erste Punkt war die unverarbeitete Trauer. Die Emotionen konnte sie nicht zulassen als der Vater starb, weil der Schmerz zu groß war und sie handlungsfähig bleiben musste/wollte. Das unbewusste Unterdrücken sorgte dafür, dass sie später im Alltag wenig Energie hatte. Das Unterdrücken ist auf Dauer viel kraftraubender als die Emotion, die nicht gefühlt werden will bzw. wollte/konnte.

Der zweite Punkt war direkt mit dem Autofahren verknüpft. Eines Morgens, auf dem Weg zur Arbeit, realisierte sie zum ersten Mal, dass ihr Vater bald sterben würde. Diese Emotion traf sie hart und im Unterbewusstsein wurde dieses starke Gefühl der (Verlust-)ANGST mit dem Verknüpft was sie gerade tat – dem AUTOFAHREN.

Punkt 2 lösten wir mit einem Stress-Release und schon am nächsten Tag kam sie sofort besser auf die Arbeit. Mit der Angst vor der Angst war ihr zwar noch ein bisschen mulmig, der Monster-Stress blieb jedoch seit dem aus. Die Angst vor der Angst lösten wir abends noch telefonisch.

Die Trauerarbeit war an diesem Tag noch nicht an der Reihe. Sie meldete sich 2 Wochen später bei mir zu einem weiteren Termin, an dem wir die unterdrückte Trauer mit einem kleinen Ritual lösten.

Seit dem fährt sie wieder ganz entspannt Auto. Vor der Autobahnfahrt hat sie sich zwar noch eine Weile gedrückt aber irgendwann, als es nicht anders ging, tat sie auch das. Ohne das sie es sofort realisierte. Abends war sie selbst total überrascht von sich.

Mit der zurück gewonnenen Energie wurde ihr Alltag wieder lebendiger. Stress beim Autofahren hatte sie seit dem nie wieder…